Musik, Musik! Neue Musik! Und weil es jede Woche viel zu viel davon gibt und kein Schwein seine Zeit mit dem Lesen von ewig langem, poptheoretischen Pseudo-Gewäsch verschwenden möchte, machen wir es kurz, prägnant und knallhart!

Tattarattaaaaaa: Der SLEAZE – Plattenteller!

Heute mit TV On The Radio, No Jaws, Kool Savas und den Foo Fighters.

 

TV  On The Radio – „Seeds“

TV On The Radio - Seeds

TV On The Radio – Seeds

Label: Vertigo/Universal
VÖ: 14.11.2014

Genre: Indierock/Avantgarde
Klingt wie: Ein Gefühl des Aufbruchs klingen sollte

Rückschläge gehören zum Leben leider dazu. Diese Erfahrung mussten auch TV On The Radio machen. Wenige Tage nach der Veröffentlichung ihrer vierten Platte starb Bassist Gerard Smith im Jahr 2011 an Lungenkrebs. Die Band zerbrach jedoch nicht und ist nun mit ihrem neuen Langspieler Seeds zurück. Dem Albumtitel haftet etwas Metaphorisches an und er bietet eine Menge Interpretationsspielraum. So könnte man deuten, dass auch auf karger, trostloser Erde etwas sprießen und Neues entstehen kann – in diesem Falle eben Seeds. Sinnbildlich für diesen Gedanken steht eine Textzeile aus dem Titeltrack „Rain comes down like it always does, this time I’ve got seeds on grass.“ Die Platte ist sehr eingängig und irgendwo zwischen Indie und Pop einzuordnen. Die Songs sind von Gitarren geprägt, die von Synthies und vereinzelten Streichern unterstützt werden. Songs wie „Trouble“ und „Careful You“ kreieren durchaus melancholische und schwere Momente. Aber da ist noch mehr: Ein Gefühl nahe der Euphorie, das die Schwere und den Schmerz zu überlagern scheint und eine Art Aufbruchsstimmung verbreitet – irgendwie geht es dann doch immer weiter.

(Stefan)

7/10

 

No Jaws – „Young Blood“

No Jaws - Young Blood

No Jaws – Young Blood

Label: Modern Guilt Records /Broken Silence
VÖ: 14.11.2014

Genre: Noise-Rock
Klingt wie: Gute alte Zeiten, die ich gerne miterlebt hätte

No Jaws. Eine Band aus Zwickau, die was gegen schlechte Musik von Bands mit guten Bandnamen hat. Ob das eine mit dem anderen in direktem Zusammenhang steht, sei dahin gestellt. Die Einstellung etwas gegen schlechte Musik zu haben, ist aber umso löblicher. (Bleibt eigentlich nur noch die Frage, was denn gute Musik ist?) Young Blood ist melodiöser Lärm. Rotzig und unverblümt, wie die triefende Nase eines bockigen Kindes, das nicht schnauben will. Mit markanten Melodien und einem treibenden Schlagzeug lassen einem die 12 Tracks keine andere Wahl als hin- und zuzuhören. Ob man das nun mag oder nicht, ist wohl Geschmacksache. Für mich und für all diejenigen, die auf Bands wie Sonic Youth, Pavement und Suuns stehen, ist das ein gefundenes Fressen.

(Mariella)

7/10

 

Kool Savas – „Märtyrer“

Kool Savas - Märtyrer

Kool Savas – Märtyrer

Label: Essah Media (Sony Music)
VÖ: 14.11.2014

Genre: Rap, Hip Hop
Klingt wie:Der deutsche Rap, dem man nach sagt schon eine Weile tot zu sein

Kool Savas war eine Weile weg, hat sich in radiotauglicheren Gefilden ausprobiert, was dann mit der Xavier Naidoo- Kollaboration als Xavas auf die Spitze getrieben wurde, woraufhin er jetzt wieder zu seinem ursprünglichen Handwerk zurückkehrt. Er erfindet das Rad nicht neu, wird den deutschen Hip Hop mit „Märtyrer“ weder retten, noch revolutionieren und hat auch erkennbar ein paar Dinge aus dem Pop beibehalten. Es gibt kein Storytelling oder andere Experimente, nur klassischer Wettbewerbssprechgesang – wie ihn Savas im Schlaf beherrscht. Allerdings flowt er alles andere als eingeschlafen und auch darüber hinaus wirkt er hungrig und frisch. Als wäre er neu im Game und würde die Krone erst anpeilen, statt sie bereits zur Schau zu tragen. Den Thron muss er sich wohl mittlerweile mit ein paar seiner Kollegen teilen. Drauf sitzt er aber weiterhin.

(Fred)

7/10

 

Foo Fighters – „Sonic Highways“

Foo Fighters - Sonic Highways

Foo Fighters – Sonic Highways

Label: Sony Music
VÖ: 10.11.2014

Genre: Foo Fighters
Klingt wie: Foo Fighters

Bei den Foo Fighter ist es ja irgendwie immer so, dass man – die neue Platte aufgelegt – was Gutes erwartet und (surprise) was Gutes bekommt. Es mag ja nicht unbedingt innovativ sein, aber „why not leave well enough alone?“ oder „why fix it if it ain’t broken?“. Was nicht schlimm ist, es sind ja die Foo Fighters und sie sind ja nun einfach mal unbestritten solide und gut. Bei anderen Künstlern mag es langweilig und monoton sein, wenn man schreibt, dass alle Alben sehr ähnlich klingen – bei den Herren Foo ist das allerdings ein Kompliment. Die Qualität hat über die Jahre nie nachgelassen. Es ist als seien alle Foo Fighters Alben ein einziges gigantisches Album. Sie sind und bleiben die Götter an unserem Mainstream Rock Himmel. Auch wenn das scheiße klingen mag, aber es ist leider so. Saubere Arbeit, kann man sich auch mehrfach antun.

(Lana)

8/10