Musik, Musik! Neue Musik! Und weil es jede Woche viel zu viel davon gibt und kein Schwein seine Zeit mit dem Lesen von ewig langem, poptheoretischen Pseudo-Gewäsch verschwenden möchte, machen wir es kurz, prägnant und knallhart!

Tattarattaaaaaa: Der SLEAZE – Plattenteller!

Heute mit Jan Delay, RockstahMarcus Wiebusch und John Frusciante!

 

Jan Delay – „Hammer und Michel“

Jan Delay

Jan Delay – Hammer und Michel

Label: Vertigo/ Universal Music
VÖ: 11.04.14

Genre: Rock (ahahahhahahahahhhahahah)
Klingt wie: immer

Die PR-Agentur von Jan Delay sagt: “Hammer & Michel” ist ein lupenreines Rock-Album. In den zwölf Stücken stecken Rage und Ramones, Lenny und Lemmy, Nina und Udo, Punkrock und Powerpop, der Sound der frühen Arctic Monkeys und der Geist der Hamburger Schule. Ähm nein. Da steckt nix davon drinnen. Das Album klingt so gut oder so schlecht wie jedes andere Album von ihm auch. Wer Jan Delay mag, wird dieses Album auch mögen und wer ihn verabscheut, wird sich auch mit diesem Album bestätigt fühlen. Das bisschen Gitarrengeschrammel im Hintergrund wirkt austauschbar. Da könnte auch jederzeit ein Saxophon spielen oder eine Blaskapelle. Es gibt wie immer die Ohrwürmer, die Balladen und die schwachen Stücke. Wäre „Hammer und Michel“ nicht als explizites Rockalbum auf den Markt geworfen worden, hätte Jan Delay auch nicht so viel Prügel von den Medien bezogen. Das ist kein Rock, aber es ist ok. Beim Hören hat sich meine Nase verstopft, da war ich ganz dankbar, weil mich seit Tagen die Pollen plagen.

Yanah

6/10

 

Rockstah – „Pubertät“

Rockstah

Rockstah – Pubertät

Label: Embassy of Sound
VÖ. 11.04.2014

Genre: Nerdrap, Hip Hop
Klingt wie:  Casper vorm Stimmbruch (nett gemeint)

Die Stimme etwas dünn,  der Flow nicht sonderlich ausgereift, die Beats (mittlerweile) weit vom klassischen Hip Hop entfernt und die grausigsten Hooks seiner jungen Karriere. Das sind die harten Fakten zum neusten Rockstah Album … ganz so einfach ist das dann aber doch nicht. Der Kerl ist nämlich von Grund auf sympathisch und hat Riesenspaß an dem, was er tut, was sich unmittelbar auf den Zuhörer überträgt, auch wenn der laufende Song gerade nicht so gut gefällt. Texte schreiben liegt ihm zum Glück mehr als die Singerei, denn auch wenn er sich Themen annimmt, die bei seinen Kollegen entweder peinlich werden, weit über das Ziel hinaus schießen oder in Hipster-Pathos untergehen, trifft er die Stimmung genau auf den Punkt. „Mit blau gefärbten Haaren, Shirts von EMP, den Mittelfingerpatch hat die Welt verdient – so fühlten wir mit unserem Dorfdenken, sprachen von Freiheit, doch kannten nur die Ortsgrenze‟

Fred

6/10

 

Marcus Wiebusch – „Konfetti“

Marcus Wiebusch

Marcus Wiebusch – Konfetti

Label: Grand Hotel Van Cleef
VÖ: 18.04.2014

Genre: Hamburger Indie in der Endlosschleife
Klingt wie: Kettcar mit ein paar peinlichen musikalischen Versuchen sich neu zu erfinden

Mhm … Marcus Wiebusch jetzt also solo bzw mit nem Haufen Produzenten? Schon als die „frohe Botschaft“ des Alleingangs von Kettcar Frontmann Wiebusch bekannt gegeben wurde, wusste ich nicht so recht, was ich davon halten sollte. Erst Mr. Tomte und jetzt auch noch Herr Kettcar? Was ist denn da los im Kosmos des Grand Hotel Van Cleef? Ich kann ja verstehen, dass man nicht immer das Gleiche machen will und sich auch weiterentwickeln muss, aber geht das dann nicht mal wirklich anders? Also komplett? Mit Fanfaren und Trompeten? Konfetti klingt nach Kettcar mit eingeschobenen Versuchen sich selbst im Rap, Hip Hop oder wie man das sonst nennen soll, neu zu erfinden. Ich trau mich das gar nicht zu sagen, aber ob es dafür heiteren Konfettiregen geben wird, wage ich leider zu bezweifeln. Leider…

Mariella

4/10

 

John Frusciante – „Enclosure“

John Frusciante

John Frusciante – Enclosure

Label: Record Collection
VÖ: 11.04.2014

Genre: Experimenteller Alternative-Eletrco-Rock
Klingt wie: Electronica-Forschung

Die Machenschaften John Frusciantes abseits der Red Hot Chili Peppers waren schon immer experimentell, die Grenzen auslotend, teils anstrengend, schwer zugänglich und nicht immer einfach zu kategorisieren. Was sie allerdings auch schon immer waren – die Projektion seines Innenlebens, Gemütszustandes, sein Blick auf die Welt, im Mikro- wie Makrokosmos und dadurch eben so großartig. Weil er es versteht schwierige Dinge einfach und meisterhaft in Musik zu verpacken. „‘Enclosure‘ ist das harmonischste, melodischste und zugänglichste Album der disharmonischen, unmelodischen und kaum zugänglichen Veröffentlichungsreihe der letzten drei Frusciante-Jahre‟ und auch wenn die Gitarre hier meistens im Schrank bleibt, bleibt er auch weiterhin einer der letzten Poeten unserer Zeit.

Fred

7/10