Musik, Musik! Neue Musik! Und weil es jede Woche viel zu viel davon gibt und kein Schwein seine Zeit mit dem Lesen von ewig langem, poptheoretischen Pseudo-Gewäsch verschwenden möchte, machen wir es kurz, prägnant und knallhart!

Tattarattaaaaaa: Der SLEAZE – Plattenteller!

Heute mit George Ezra, Ansa. und LIAN!

 

George Ezra – „Wanted On Voyage“

George Ezra

George Ezra – „Wanted On Voyage“

Label: Sony Music
VÖ: 27.06.2014

Genre: Jake Bugg in der Blues/Folkversion
Klingt wie: gesalzte Butter auf meinem Frühstücksbrötchen gut schmeckt

George Ezra ist bisher total an mir vorüber gegangen. Und dabei verrät mir die blumig formulierte Künstlerbiographie, dass der britische Jungspund mit der rauchigen Bluesstimme bereits ein Radiostar ist. Mit seiner ersten Single „Budapest“ hat er es scheinbar in die Endlosschleifen-Rotation der großen Radiostationen geschafft. Nun gut, davon gibt es viele, denke ich und mache das Album an. Die Stimme überrascht, passt sie doch so gar nicht zu dem knabenhaften Aussehen des Newcomers. Viel zu tief, viel zu anders und irgendwie viel zu männlich. Die Texte sind ok, leicht und nicht zu tiefgründig. Die Melodien zum mitwippen und durchaus massentauglich. Ja, doch. Das kann man schon hören. So im Radio und im sommerlichen Stau zum nächsten Badeort.

(Mariella)

6/10

 

Ansa. – „Foto EP“

Ansa.

Ansa. – „Foto EP“

Label: Motor Entertainmet
VÖ: 26.06.2014

Genre: Singer-Songwriter-Folk-Blues-Rock
Klingt wie: Vertrautes mit neuem Anstrich

Wenn man sich ausschließlich Ansas Texte vornimmt, fällt die Zuordnung recht schwer. Wir könnten uns im Bereich der Volksmusik oder artverwandten Gefilden befinden. Wenn er dann über simplen Akkordfolgen singt, fühlt man sich unweigerlich an Echt und Konsorten erinnert. Klingt also erstmal nicht sonderlich überzeugend. Doch dann gewinnt der Blues die Oberhand, die Stimme wird rauer, klingt eher nach Rio Reiser, der Kim Frank (der Typ von Echt) eine aufs Fressbrett knallt. Ab da wird’s schön, weil sie eine gute Mischung aus herzerweichendem Schnulzen- und Kuschel-Rock (man verzeihe mir diese Wortwahl) und tighter, groovig-bluesiger, handgemachter Rockmusik gefunden haben, ohne Glaubwürdigkeit oder Spielfreude einzubüßen.

(Fred)

6/10

 

LIAN – „FYI EP“

LIAN

LIAN – „FYI EP“

Label: The Arcadia Agency
VÖ: 18.06.2014

Genre: Soll wohl Punk-Rock sein
Klingt wie: Ami-Rock auf Deutsch

So klingt also Austro Punk-Rock? (An dieser Stelle stellt euch mal den WhatsApp Edward Munch „Der Schrei“-Smiley vor. So in etwa sehe ich gerade aus) Die Jungs, die einst als 3 Feet Smaller Musik gemacht haben, singen jetzt unter neuem Namen auf Deutsch weiter. Leider klingt das aber eher nach amerikanischer Teenie Film Musik à la Euro Trip. „Johnie doesn’t know, Johnie doesn’t know…“, hallt es in meinem Kopf. Na toll, jetzt hab ich einen Ohrwurm. Leider ist das wirklich nicht so meins, weshalb ich mir auch jeden weiteren Kommentar spare.

(Mariella)

4/10